Das Reinheitsgebot



Galle, Tollkirsche und Bilsenkraut im Bier? Nicht wirklich lecker! Der Siegeszug des Deutschen Reinheitsgebotes.

Des Deutschen liebstes Getränk ist das Bier. Aus Bayern nicht mehr wegzudenken und auf der ganzen Welt zu Hause. Das Bier hat seinen den Siegeszug über den Erdball schon in vorchristlicher Zeit begonnen. Bereits die Ägypter kannten bierähnliche Getränke. Als stärkendes Labsal für werdende Mütter und „gutes Gesöff“ im Hof des Kaisers, diente es schon im Mittelalter zur Freude seiner Konsumenten.



Gebe es da nicht die hauseigenen Rezepturen und die Mittelchen, die so mancher findige Braumeister damals für geeignet hielt, um seinem Gebräu die richtige Geschmacknote zu verleihen. Von der Galle toter Rinder, über Tollkirsche, bis hin zu schwarzem Bilsenkraut; alles war möglich.
Bereits Kaiser Friedrich Barbarossa, hielt es daher für notwendig, bei der Verleihung des Stadtrechts an die Stadt Augsburg im Jahre 1156, die Bierqualität zu erwähnen. Münchner Stadträten wurde im 14. Jahrhundert die Bieraufsicht übertragen. Außer Wasser, Gerste und Hopfen durfte nichts verwendet werden.
Im Jahre 1516 wurde in der Landesordnung darauf verwiesen, dass „allain Gersten Hopfen unn Wasser“ zum Brauen von Bier verwendet werden durfte.

Anfang des 20. Jahrhundert debattierten schließlich Mitglieder des Bayrischen Landtags über das Verbot von Zuckerbier – vermutlich in gewohnt bayerischer Freundlichkeit. Gerade der Zusatz von Zucker, der für die Gewinnung des Alkohols günstig ist, wurde auf das Heftigste debattiert. Der Begriff „Reinheitsgebot“ war nun in den Protokollen erstmals zu finden.
Der Weg war geebnet, dass das Deutsche Biersteuergesetz vom 9. Juli 1923 geboren werden konnte.

Jeder, der heutzutage Bier in seinen verschiedenen Formen, vom dunklen Pilz bis zum leichten Weizen kennt, schätzt daher die Qualität des isotonischen Getränks, dass ohne Reinheitsgebot nicht möglich geworden wäre.